Biketuner

Biketuner

Das eigene Bike aufmotzen, leistungsstärker und einfach schicker machen, das ist der Grundgedanke hinter dem Biketuning. Die meisten Biketuner setzen hier auf die Eigenleistung, passende Teile lassen sich schnell und einfach im Handel finden.

Doch auch beim Motorradtuning ist Obacht geboten, denn laut Gesetz müssen die Motorräder auf deutschen Straßen eine Betriebserlaubnis aufweisen. Und diese Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) kann verfallen, wenn beim Biketuning nicht alle rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden.

 

Biketuner aufgepasst – ABE kann erlöschen

Typische Beispiele für das Erlöschen der ABE sind Veränderungen an Motor und Leistung des Bikes. Werden Abgas- oder Geräuschverhalten durch den Biketuner verschlechtert, erlischt die Betriebserlaubnis. Grundsätzlich sind Motor- und Leistungstuning beim Motorrad zwar erlaubt, allerdings dürfen Schadstoffe und Lärm die gesetzlichen Grenzwerte auch nach dem Tuning nicht überschreiten.

Ebenso kann die ABE erlöschen, wenn durch die Tuningmaßnahmen eine Gefährdung des Verkehrs zu erwarten ist. Werden Bremsen, Bereifung oder Lenkung verändert, ist dies häufig der Fall. Ebenso kann der Biketuner sein Motorrad so verändern, dass es einer anderen Fahrzeugart zugeordnet werden muss. Dann erlischt die ABE ebenfalls.

 

Achtung Biketuner – Umbauten oft eintragungspflichtig

Wer sein Motorrad aufpimpen will, muss bei vielen Zubehörteilen eine ABE, sprich eine Betriebserlaubnis für Fahrzeugteile oder ein Teilegutachten erstellen lassen. Die Teile, für die ein solches Gutachten besteht, müssen dann nicht zusätzlich vom TÜV abgenommen werden. Allerdings sind sie eintragungspflichtig, sofern das Teilegutachten nicht ständig mitgeführt wird. Bei komplizierteren Tuningmaßnahmen ist das vom Sachverständigen ausgestellte Teilegutachten ebenfalls vorgeschrieben. Die Erstellung erfolgt nach erfolgreicher Abnahme des getunten Bikes. Außerdem ist die Eintragung zwingend vorgeschrieben. Typische Beispiele sind das Biketuning bei Bremsscheiben, Schwinge, Tank, Verkleidung, Vergaser, Lenker, Gabel, Federbeinen, Höher- und Tieferlegungen des Hecks oder Dimensionsänderungen bei den Reifen.

 

Was müssen Biketuner nicht eintragen lassen?

Neben den eintragungspflichtigen Teilen gibt es beim Biketuning auch Varianten, die keine Eintragung vorschreiben. Typische Beispiele dafür sind Drehzahlmesser, Gepäckträger, Heizgriffe, Kickstarter, Warnblinkanlagen, Zündkerzen, Ritzel oder Motorschutzwannen. Diese Teile sorgen beim Biketuning oft für eine optische Veränderung und ein Plus beim Komfort, sie sind aber nicht eintragungspflichtig und benötigen auch kein Teilegutachten. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sie die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigen. Bei Unklarheiten kann der Biketuner den TÜV oder die Dekra bzw. jede andere Prüfstelle vor Ort befragen. Wichtig ist, dass es hier auch Ausnahmen gibt. So sind Ritzel nur dann nicht eintragungspflichtig, wenn sie die gleiche Zähnezahl aufweisen wie die ursprüngliche Variante.